Mühltals 30er Zonen. Freie Fahrt voraus.

Wir fordern übergreifende und nachhaltige Maßnahmen um die zu Geschwindigkeiten in 30er Zonen zu reduzieren, schwächere Verkehrsteilnehmer besser zu schützen und somit auch die Lebensqualität an stark befahrenen Straßen zu erhöhen.

Kurz gesagt: Es besteht dringender Handlungsbedarf, die nachweislich zu hohen Geschwindigkeiten in vielen Orts- und Wohngebieten in ganz Mühltal zu drosseln.
Die Problematik in ganz Mühltal

Mühltal macht das flotte Treiben allen einfach: Lange Geraden ohne Barrieren. Optimierte Straßen nur für den motorisierten Verkehr. Der Verkehr wird bewusst durch Wohngebiete gelenkt. Eine oft unzureichende Beschilderung. Eine vernachlässigte und marode Infrastruktur. Keinerlei verkehrsberuhigende Maßnahmen. Gehwegfahren. Keine festen Blitzer. Kaum Kontrollen.

In ganz Mühltal wird in vielen 30er Zonen deutlich schneller gefahren als erlaubt. Dies Gefährdet akut schwächere Verkehrsteilnehmer, verursacht hohe Lärmimmissionen und schränkt die Freiheit vieler Anwohner, Fußgänger, Fahrradfahrer und Schulkinder stark ein. Der Gemeinde ist dies seit Jahren bekannt. Ein geschlossener Wille an der Gesamtsituation etwas zu ändern, ist aktuell „noch“ nicht zu erkennen. Hier wünschen wir uns ein generelles Umdenken von allen Seiten.

Besonders problematisch ist die Nichtbeachtung der Geschwindigkeitsregeln in Straßen, die mit T 30 geregelt sind. Hier sind Kinder und Jugendliche, die viel zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs sind, extrem gefährdet, aber auch ältere Menschen, deren kognitive Fähigkeiten im Straßenverkehr (Hören und Entfernungen einschätzen) nachweislich abnehmen. Spitzengeschwindigkeiten von 90 km/h und darüber (Beispiel Kirchstraße und Ober-Ramstädter Straße, also der engen Ortslage von Nieder-Ramstadt) sind inakzeptabel. Auch die alte Darmstädter Straße sticht hervor, deren geplanter Umbau* hier hoffentlich Abhilfe schaffen wird.

Zitat: Stete Planung aus dem Jahr 2011

*Eine Planung aus 2006 liegt vor. Ein Umbau ist bis heute nicht erfolgt.

Mühltals 30er Zonen im Detail
  • Es fährt kaum einer Tempo 30 in 30er Zonen
  • Ein Ergebnisbericht aus 2011 bestätigt die häufig zu schnellen Geschwindigkeiten in ganz Mühltal
  • Lange Geraden ohne Barrieren laden zum flotten fahren ein
  • In sehr engen Bereichen mit zu schmalen Gehwegen wie z.B. in der unteren und mittleren Ludwigstraße, Kirchstraße und Ober-Ramstädter Straße, sind auch bereits T30 eine Gefahr für Fußgänger, Radfahrer und Kinder
  • Straßenschäden in Form von Bodenwellen, Schlaglöchern und Risse verursachen zusätzlich starke Lärmimmissionen
  • Es gibt beispielsweise in ganz Traisa keinerlei klare 30er Beschilderung (nur an Ortseinfahrten)
  • Durch die weiter zunehmende sehr hohe Verkehrsbelastung in ganz Mühltal besteht zusätzlicher Handlungsbedarf
  • Keinerlei optische und physische Barrieren entschleunigen die innerörtliche „Raserei“
  • Sehr gefährliche Querungen und Engstellen
  • Teilweise viel zu schmale Gehwege
  • Rechts- Vor Links wird nur selten beachtet
  • Anwohner fühlen sich durch die „Raserei“ vor ihrer Tür gesundheitlich beeinträchtigt und in ihrer Freiheit eingeschränkt
  • Sicherheitsabstände für das überholen von Radfahrern werden häufig nicht beachtet
Beispiel Straßen in denen nachweislich zu schnell gefahren wird
  • Waldstraße 1 bis 69
  • Nieder-Ramstädter Straße 69 bis 15
  • Rennstrecke Ludwigstraße 93 bis 133 und 9 bis 85
  • Weingartenstraße
  • Darmstädter Straße (Grundschule)
  • Alte Darmstädter Straße
  • Dornwegshöhstraße
  • Kirchstraße
  • Ober-Ramstädter Straße
  • Bergstraße
  • Odenwaldstraße
  • Rheinstraße
  • und viele mehr…

Rot: Inakzeptable Werte.
Beispiel Werte Ergebnisbericht aus dem Jahr 2011. In Punkt 10 wurden über eine private Messung in 2021 mittlerweile Geschwindigkeiten von über Vmax 70km/h festgestellt. Auch die entscheidende V85 Zahl ist noch höher als zum damaligen Zeitpunkt.

Information zu den Messwerten

Bei einer Geschwindigkeitsmessung fällt eine sehr große Zahl von Messwerten an. Um daraus ein Geschwindigkeitsniveau zu ermitteln, nutzen Verkehrsingenieure die sogenannte 85-Prozent-Geschwindigkeit als vergleichbaren Maßstab: Es ist die Geschwindigkeit, die von 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge eingehalten, aber von 15 Prozent überschritten wird. Man lässt also die sehr schnellen Fahrer außer Betracht und legt die Messlatte dort an, wo der schnellste der 85-Prozent-Mehrheit gemessen wurde. So erhält man eine verlässliche Kontrollgröße über das Fahrverhalten der moderaten Mehrheit. Der Wert gibt ausschließlich an, in wieweit die zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird, nicht ob die Regelung an dieser Stelle auch angemessen ist.

Gefährlich ist das Verhalten der Verkehrsteilnehmer dann, wenn die 85-Prozent- Geschwindigkeit das Tempolimit um mehr als 5km/h übersteigt.

Darum ist es wichtig das in Orts- und Wohngebieten auch konsequent 30 gefahren wird.

Lösungen

  • Aktive Verkehrsberuhigung in 30er Zonen einführen
  • Kritische Übergänge verkehrsberuhigen (Verengung, Aufpflasterungen, Befpflanzungszonen etc.)
  • Günstige Sofortmaßnahmen wie z.B. versetzt angeordnetes Parken umsetzen
  • Die Gemeinde Mühltal könnte ein Zeichen setzen und sich der Initiative T 30 für mehr Lebensqualität anschließen (Darmstadt und viele andere Hessische Kommunen sind bereits dabei)
  • Wir fordern ein generelles Umdenken der Gemeinde Mühltal um alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt zu behandeln und nicht nur den motorisierten Verkehr in der Planung weiterhin zu priorisieren
  • Zu schmale Gehwege auf das gesetzliche Mindestmaß verbreitern und erhöhen um Gehwegfahren zu unterbinden
  • Ein übergreifendes und taugliches Verkehrskonzept für Straßenbauliche Maßnahmen etablieren
  • An „Raser-Hotspots“ mobilen oder stationären Blitzer aufstellen
  • An „Raser-Hotspots“ vermehrt Radarkontrollen durch führen
  • Geld in die Hand nehmen: Blitzer und Verkehrstafeln bestellen

Fazit:

Die Sicherheit und Ordnung ist gefährdet. Es besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Gemeinde die Raserei zumindest an den oben genannten „Raser-Hotspots“ mit günstigen Sofortmaßnahmen zu drosseln bzw. überhaupt erst einmal ERNST zu nehmen!

Unterstützen Sie unseren Appell, die nachweisliche Raserei in Mühltal zu drosseln!

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