Kompakthäuser als Antwort auf die Wohnungsnot?

Bezahlbarer Wohnraum in Mühltal ist ein knappes Gut. Viele junge Familien finden keinen Wohnraum.

Beispielsweise Im damaligen „Neubaugebiet“ am Bürgerhaus in Traisa, wurde es versäumt einen Bauzwang für Neubaugrundstücke (mittlerweile üblich in vielen Kommunen, außer Mühltal) auf zu erlegen. Heute sieht man einige unschöne Lücken zwischen den Reihen- und Doppelhäusern mit teilweise verwilderten Flächen. In Traisa sind es derzeit ca. 65 unbebaute Flurstücke. Dieses Bild spiegelt sich im gesamten Darmstadt-Dieburg Kreis wieder.

Beispiel „Neubaugebiet“ am Bürgerhaus in Traisa mit einer Vielzahl an unbebauten Flurstücken

Das Problem

  • Die hohe Nachfrage nach Wohnraum übersteigt das Angebot
  • Überhitzter Wohnungsmarkt
  • Die Nähe zum Rhein-Main Gebiet treibt die Preise
  • Angebotene Grundstücke sind aufgrund Kapitalspekulation und Knappheit für junge Familien trotz guter Jobs nicht stemmbar
  • Viele unbebaute Grundstücke sind ungenutzt und liegen brach
  • Gegen Leerstände wird seitens der Kommunen wenig bzw. nichts unternommen
  • Kaum Angebote für junge Familien aus Mühltal
  • Bauämter stecken tief in Ihren Paragraphen fest
  • Eine nicht zeitgemäße Stellplatzsatzung der Gemeinde
  • unsoziale und nicht zeitgemäße rein privatwirtschaftliche Neubaugebiete untersagen (z.B. Tannacker Traisa)

Lösungsansätze

  • Ungenutzte Flächen aktivieren bzw. reaktivieren, die für ein Pacht- oder Mietzins-Modell in Frage kommen. Wie das funktionieren kann lesen Sie hier: Spekulation auf Bauland eindämmen
  • An Neuerschließungen von Gebieten keine Investoren und örtliche Energieversorger, die zusätzlich die Preise nach oben treiben, beteiligen
  • Direktvermarktung z.B. direkt über die Gemeinde in Zusammenarbeit mit NON-PROFIT Initiativen und/oder beauftragte örtliche Planungsbüros
  • Umnutzung von Gewerbe zugunsten sozialverträglicher Projekte
  • Grundstücke die länger als 10 Jahre brach liegen über „Auflagen“ reaktivieren
  • Prüfung von Gemeinde-Flächen für Pacht- oder Mietmodelle
  • Eine nachhaltige kompakte Bauweise fördern
  • Die Stellplatzverordnung zugunsten neuer Wohnformen überarbeiten bzw. ergänzen
  • In B-Plänen die Möglichkeit einräumen, Doppelhäuser bereits ab 200m2 Grundstücksfläche „real“ teilen zu können (Negativbeispiel Tannacker)

So funktioniert’s

Ein Grundstück liegt brach, kostet Grundsteuer und Menschen aus der Umgebung haben wenig Möglichkeit sich ein Wohneneigentum aufzubauen.

Ein Grundstück kann z.B. auch verpachtet werden. Auf bspw. 20, 30 oder mehr Jahre und der Eigentümer erhält Pachtzinsen. Der Pächter kann mit einem Modulbauer sein Eigentum aufbauen, auf dem Grundstück wohnen und nach Ablauf der Pacht das Gebäude vom Grundstück restlos entfernen – inklusive der Punkt- oder Schraubfundamente.

Mehr als ein „Tiny-Haus“ Hochwertige Kompakthäuser im KFW 40 Plus Standard als eine mögliche Antwort auf die Wohnungsnot

Weniger ist mehr

Weniger Haus bedeutet auch: Nahhaltiger, ressourcenschonender und weniger Flächenraub. So wird jede noch so kleine Fläche effizient genutzt.

Mit der Bauweise von Modulhäusern bleibt der Wert des Grundstücks vollständig erhalten. Die integrierte Bodenplatte erlaubt einen kurzfristigen Aufbau und genauso schnell den Abtransport der Module. 

Wohnen auf Zeit: Pacht- oder Mietzinsverträge über 15/20 oder 30 Jahre

Beispiel Pachtvertrag / Pachtzins

Bei der Erbpacht liegt der Pachtzins typischerweise bei 2 % bis 5 %. Das ist abhängig von den aktuellen Immobilienzinsen und der Laufzeit mit typischerweise mindestens 50, oft 75 oder 99 Jahre. Tendenziell je niedriger die Immobilienzinsen und je kürzer die Laufzeit, umso geringer der Pachtzins. Ein Tipp für die Ermittlung der jährlichen Pacht = Grundstückspreis * Erpachtzins:

10 Jahre: ab 1,00 %

20 Jahre: ab 1,25 %

30 Jahre: ab 1,50 %

40 Jahre: ab 1,75 %

50 Jahre: ab 2,00 %

Die finanzielle Lage von jungen Familien und Menschen mit niedrigem Einkommen können besonders berücksichtigt werden.

Fazit

Ob kompakte Modulhäuser die Antwort auf die Wohnungsnot ist lässt sich nur schwer beantworten. Sie bietet jedenfalls eine mögliche alternative Wohnform, um jungen Familien „bezahlbaren“ Wohnraum zu ermöglichen, ohne Eigentümer zu benachteiligen – Ganz im Gegenteil. Dazu müsste das Bewusstsein bei den Grundstücksbesitzern geschärft werden.

Ein Win-Win-Win!
Für den Eigentümer, für die Gemeinde und für die junge Familie!

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